Sanierung des Wirtschaftsgebäudes am Martha-Maria Krankenhaus in Halle (2024)
Im Jahr 2024 widmeten wir uns einem besonderen Projekt in der Dölauer Heide: der Dachsanierung des Wirtschaftsgebäudes am traditionsreichen Martha-Maria Krankenhaus in Halle. Dieses Bauvorhaben verband historische Bausubstanz mit modernen Dämmstandards und traditioneller Handwerkskunst.
Ein historischer Ort im Wandel der Zeit
Die Geschichte des Martha-Maria Krankenhauses in Halle
Das Gelände des heutigen Krankenhauses blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich wurde der Komplex zwischen 1936 und 1941 als Luftwaffenlazarett Halle-Dölau errichtet. Die Lage in der Dölauer Heide bot damals Schutz und Erholung gleichermaßen. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es als städtisches Krankenhaus und entwickelte sich zu einer zentralen medizinischen Einrichtung der Region.
Seit 2007 liegt die Trägerschaft vollständig beim Diakoniewerk Martha-Maria, das bereits seit 1912 in Halle durch Diakonissen in der Krankenpflege verwurzelt ist. Heute ist das Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau ein modernes Lehrkrankenhaus, das Tradition und medizinischen Fortschritt vereint. Genau dieser Anspruch leitete uns auch bei der Sanierung des Daches am Wirtschaftsgebäude.
Vom Abriss bis zum Holzbau: Die Basis für das neue Dach
Der erste Schritt der Sanierung bestand in der Entfernung der alten Bitumenschindeldeckung sowie der darunterliegenden Schalung. Erst nach dieser Freilegung zeigte sich der wahre Zustand des Dachstuhls. Für die Zimmererarbeiten holten wir uns die Firma FCM Fähnrich an die Seite. Gemeinsam tauschten wir zahlreiche Sparren aus, um die Tragfähigkeit für den neuen Aufbau zu sichern.
Pavatex Holzfaserdämmung: Natürlicher Schutz gegen Hitze und Kälte
Nachdem die Zimmererarbeiten abgeschlossen waren, begannen wir mit der energetischen Ertüchtigung des Daches. Wir entschieden uns für eine hochwertige Pavatex Holzfaserdämmung mit einer Stärke von 60 mm. Pavatex, eine Marke des Herstellers Soprema, ist bekannt für ökologische Dämmstoffe mit hervorragenden Eigenschaften.
Die 60 mm starken Platten bieten nicht nur einen guten Kälteschutz im Winter, sondern zeichnen sich besonders durch ihre hohe Wärmespeicherkapazität aus. Dies sorgt für einen exzellenten sommerlichen Hitzeschutz, der das Gebäudeinnere auch an heißen Tagen angenehm kühl hält. Zudem sind die Platten diffusionsoffen, was zum Feuchteschutz der Konstruktion beiträgt. Auf die Dämmung folgten die Konterlattung und eine Vollschalung als solide Grundlage für die Schieferdeckung.
Handwerkskunst in Schiefer: Die Altdeutsche Deckung
Die Königin der Deckarten
Für die Eindeckung wählten wir die Altdeutsche Deckung, oft als die “Königin der Schieferdeckarten” bezeichnet. Diese Technik verlangt dem Schieferdecker höchstes handwerkliches Können ab. Charakteristisch für die Altdeutsche Deckung ist, dass die Steinhöhen und -breiten variieren. Wir verlegten die Steine so, dass die Gebindehöhen zum First hin harmonisch kleiner werden, was das Dach optisch streckt und höher wirken lässt.
Als Material kam der Schiefer “Monumentum” von Rathscheck zum Einsatz. Wir bearbeiteten die Steine nach den strengen Richtlinien des deutschen Schieferdeckerhandwerks und passten jeden Stein individuell an die Dachgeometrie an.
Technische Details: Wangenkehlen und Lüfterfirst
Besondere Aufmerksamkeit erforderten die Details an den Gauben und dem First. Die Wangenkehlen an den Gauben konnten wir stilgerecht mit Schiefer in einer sogenannten “ausgehenden Deckung” ausführen. Dies sorgt für einen eleganten Übergang zwischen der Hauptdachfläche und der Gaubenwange.
Bei den Kehlen auf den Gauben selbst stießen wir jedoch auf eine konstruktive Herausforderung: Die Neigung war zu flach für eine regensichere Schieferdeckung. Hier entschieden wir uns technisch korrekt für Kehlen aus Zinkblech, um die Dichtigkeit dauerhaft zu gewährleisten.
Bedingt durch den neuen Dachaufbau mit Dämmung und Schalung konstruierten wir zudem einen gehobenen Lüfterfirst. Dieser stellt sicher, dass die Luft unter der Eindeckung zirkulieren kann und Feuchtigkeit zuverlässig abgeführt wird – ein entscheidender Faktor für die Langlebigkeit des gesamten Daches.
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